Die Begriffe Mission und Vision sind in aller Munde. Sowohl in Bezug auf das Leben allgemein, als auch im Kontext eines Unternehmens. Aber was bedeuten diese Begriffe überhaupt? Was bringt es sie zu kennen? Und welche Rolle spielen sie in der heutigen Geschäftswelt? Diese Fragen beantworten wir in diesem Artikel, um ein einheitliches Verständnis dieser grundlegenden Bausteine unserer Gesellschaft zu fördern.

 

Da es bei uns mit grosser Leidenschaft um Teambuilding, Teamentwicklung und Teamwork geht, fokussieren wir uns natürlich auch in diesem Blog-Beitrag auf den beruflichen Kontext. Schlussendlich hängt dann ja sowieso alles wieder zusammen, weil wir uns schliesslich nicht komplett in einen privaten und einen beruflichen Menschen teilen können. Wir nehmen als Person zwar verschiedene Rollen in der Gesellschaft ein, unser Ich beeinflusst jedoch immer alle Lebensbereiche. So wie alle Bereiche einander auch gegenseitig beeinflussen. Positiv und negativ.

 

Mithilfe dieses Artikels wirst du erkennen, wie prägend eine Mission und eine Vision sein können, welche unglaubliche Energie sie freisetzen und wie sie sich auf die Zusammenarbeit im Team auswirken können. Mission und Vision gehören zum Grundbaukasten eines jeden Unternehmers, wie auch eines Geschäftsleiters, Abteilungs- und Teamleiters. Egal auf welcher Hierarchiestufe du stehst werden die Begriffe Mission und Vision für dich relevant, wenn du daran interessiert bist, die für das Unternehmen bzw. das Team passenden Mitarbeiter zu finden und diese auch zu behalten. Wie genau, darauf kommen wir noch.

 

Lass uns am Anfang beginnen. Bei der Definition.

 

Was ist gemeint mit Mission und Vision?

Wie würdest du Mission und Vision definieren ohne sogleich wild auf deinem Smartphone rumzutippen, in der Hoffnung, dass dir Google eine rasche und klare Antwort liefert? Gar nicht so einfach, oder? Man hat zwar eine Ahnung, um was es geht, aber es ganz genau zu definieren scheint komplexer, als gedacht. Und das ist auch überhaupt kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die Begriffe nämlich oft unterschiedlich verwendet, verschieden definiert oder sogar synonym gebraucht werden. Und dies nicht nur im Alltagsgebraucht, sondern auch in wissenschaftlichen Texten und Studien.

 

Dann bringen wir einmal ein wenig Klarheit in dieses Begriffschaos. Schliesslich wollen wir ja alle vom gleichen reden. Im Business ist das auf jeden Fall von grossem Vorteil, wenn wir ein gemeinsames Verständnis von einer Sache haben. Wir wissen alle, was passiert, wenn man aneinander vorbeiredet, sich missversteht oder fehlinterpretiert. Meist nicht viel Gutes. Auch wenn wir solche Differenzen natürlich niemals ganz vermeide können, helfen uns klare Definitionen ungemein, diese zu minimieren. Zumindest in Bezug auf einen konkreten Sachverhalt oder ein spezifisches Thema.

 

An dieser Stelle solltest du übrigens bereits dein erstes Learning generiert haben: «Bevor man mit einer Diskussion beginnt, immer kurz prüfen, ob alle das gleiche Verständnis in Bezug auf die relevantesten Begriffe haben.» So, nun geht’s jetzt aber wirklich zu den Definitionen.

 

Mission – Die legendäre Frage nach dem Warum

Im Wörterbuch, erstellt von Oxford Languages, wird Mission ganz allgemein als Auftrag definiert. Dieser Auftrag veranlasst einen, bestimmte Dinge zu tun. Diese Dinge tut man dann eben aufgrund dieses Auftrags. Die Mission wiederspiegelt also einen Auftrag, den es zu erfüllen gilt.

 

Gehen wir nun einen Schritt tiefer und schauen uns die Definition von «Mission» im Unternehmenskontext an.  

 

«Die Mission eines Unternehmens beschreibt den wesentlichen Zweck oder den Auftrag, den das Unternehmen verfolgt. Sie sagt, warum das Unternehmen oder eine Organisationseinheit existiert […].»
(Dr. Fleig, 2018)

 

Treffender hätte man dies nicht formulieren können. Das heisst also, dass die Mission den Unternehmenszweck beschreibt. Sie gibt Antwort auf die Frage, weshalb ein Unternehmen, oder eine Organisation ganz im Allgemeinen, überhaupt existiert. Die Mission gibt einem Betrieb und all seinen Mitarbeitern die Legitimation zu existieren, da durch seine Existenz ein Mehrwert für interne und externe Stakeholder, und somit auch für die Gesellschaft, geschaffen wird. Ein Unternehmen hat nur solange eine Berechtigung zur Existenz, wie der Zweck der Firma erfüllt und somit ein Mehrwert geschaffen werden kann. Um die Erfüllung des Unternehmenszwecks bzw. der Mission langfristig gewährleisten zu können, braucht es ein Team, braucht es Menschen, die sich dafür einsetzen. Und damit sich die Mitarbeiter für diesen spezifischen Auftrag einsetzen, müssen sie sich damit identifizieren können. Wie einem dies gelingt schauen wir uns in einem nächsten Schritt ein.

 

Vision – Grösser als du selbst

Im Wörterbuch (Oxford Languages) wird Vision allgemein als übernatürliche Erscheinung, religiöse Erfahrung oder optische Halluzination definiert. Naja, nicht gerade das, was wir im geschäftlichen Kontext passend oder hilfreich nennen würden. Deshalb konzentrieren wir uns sogleich auf die wirtschaftliche Definition.

 

«Die Vision eines Unternehmens beschreibt einen idealen Zustand in der Zukunft, den das Unternehmen erreichen möchte. […] Aus der Unternehmensvision lassen sich die wichtigsten Unternehmensziele und Unternehmensstrategien ableiten.»
(Dr. Fleig, 2018)

 

Das Schlüsselwort in der Definition für die Unternehmensvision ist Zukunft. Während sich die Mission auf das hier und jetzt, den Grund für das aktuelle Tun, bezieht, ist die Vision zukunftsorientiert. Es geht darum etwas Grosses erreichen zu wollen. Grösser als etwas, dass man als Firma in einem oder mehreren Jahren erreichen könnte.

 

Einige Unternehmen schaffen es ihre Vision tatsächlich Realität werden zu lassen. Meist beinhaltet die Vision jedoch eine solch fundamentale und/oder weitreichende Veränderung in der Gesellschaft, oder der ganzen Welt, dass es innerhalb eines Lebens kaum möglich ist, diese zu verwirklichen. Schlussendlich geht es aber nicht einmal darum, ob man seine Vision als Unternehmen erreicht oder nicht, sondern darum eine klare Richtung einzuschlagen, auf dem richtigen Weg zu bleiben, und mit all den geschäftsbezogenen Handlungen Ziele und Meilensteine zu erreichen, die einen etwas näher an den Idealzustand, die Vision bringt.

 

Wenn man die beiden Begriffe, Mission und Vision, bildlich darstellen möchte, wären wohl ein Motor und ein Kompass die passendsten Bilder. Der Motor symbolisiert die Mission, die als Herzstück und Antriebskraft Dinge in Bewegung setzt, zum Beispiel die Gründung einer Firma mit der man seine Mission erfüllen möchte. Der Kompass versinnbildlicht die Vision, die als klarer Wegweiser konstant in die gleiche, richtige Richtung zeigt, in die man als Organisation gehen möchte.

 

 

Wir brauchen als Unternehmen beides, um langfristig erfolgreich sein zu können. Einen Auftrag, der uns antreibt und ein Zukunftsbild, das uns stets den Weg weist.

 

Wie drücke ich es am besten aus?

Ein Unternehmen hat unterschiedliche Möglichkeiten ihre Mission und Vision auszudrücken. Zum Beispiel in schriftlicher Form als Mission- und Vision-Statement, mit Bildern, Musik, Gerüchen, Erlebnissen und/oder anhand von bestimmten Verhaltensweisen. In den meisten Fällen ist es eine Kombination aus mehreren Elementen.

 

Grundsätzlich spielt es gar keine Rolle, welche Ausdrucksformen verwendet werden. Wichtig sind lediglich zwei Dinge:

 

  1. Egal, wie die Mission und Vision transportiert werden, es kommt darauf an, dass ALLE Stakeholder dasselbe darunter verstehen.
  2. Die Menschen, die sich für die Organisation einsetzen, das heisst Inhaber/Innen, Geschäftsführer/Innen, Vorstände, Verwaltungsräte/Innen, Mitarbeiter und Führungskräfte, müssen einen für sie bedeutungsvollen Bezug zur Mission und Vision aufbauen können.

 

Damit die Unternehmensmission und -vision überzeugend ist braucht es also ein einheitliches Verständnis und einen persönlichen Bezug. Und dies gilt es aufzubauen, wenn man möchte, dass sich Menschen für die Firma mit seiner Mission und Vision einsetzen sollen. Und mit «einsetzen» ist NICHT gemeint, dass diese Personen ihre Arbeitszeit absitzen indem sie ihre Minimalleistung zeigen, nur um am Ende des Monats das vereinbarte Gehalt zu erhalten. Mit «einsetzen» meinen wir, mit seiner eigenen Persönlichkeit und Leistung zur Weiterentwicklung des Unternehmens, und somit zum nachhaltigen Bestehen der Organisation beizutragen. Darum geht es schlussendlich. Man braucht Menschen, die sich für den Betrieb einsetzen. Und das tun sie nur, wenn sie einen persönlichen Bezug zur Mission und Vision der Firma haben. Denn erst dann hat es für sie eine Wichtigkeit für die es sich lohnt sich einzusetzen. Wie gelingt es uns also eine klar verständliche und bedeutungsvolle Mission und Vision zu kreieren? Das schauen wir uns im nächsten Schritt etwas genauer an.

 

Sag es mit Worten

Eine gängige Form, die Mission und Vision der Firma zum Ausdruck zu bringen ist ein schriftliches Statement. Idealerweise wird es ansprechend gestaltet und weckt beim Leser oder Zuhörer positive Emotionen aus. Wenn das auch eine meist sehr geeignete Form ist, eine klare Botschaft zu senden, ist es mit einem einfachen Statement nicht getan. Wenn das Statement nicht mit Leben gefüllt wird, bleibt es eine leere Worthülle. Als Anfang kann man einmal aufschreiben, wie sich denn die Mission und die Vision im Alltag zeigen. Aber auch hier darf es nicht nur beim talk bleiben, sondern: «walk the talk».

 

Hier ein paar gelungene Beispiele von Mission und Vision Statements heutiger, erfolgreicher Firmen:

 

Mission Statements:

Google

„To organize the world’s information and make it universally accessible and useful.“

 

Tesla

„To accelerate the world’s transition to sustainable energy.“

 

LinkedIn

„To connect the world’s professionals to make them more productive and successful.“

 

Walmart

„We save people money so they can live better.“

 

Quelle:

Asshauer, M. (2021, 23. August). 7 perfekte Mission Statement Beispiele: Starte mit dem Warum! Magazin für Entscheider. https://machen.fm/motivation/6332/mission-statement-beispiele/

 

Vision Statements:

Amazon
“Our vision is to be earth’s most customer centric company; to build a place where people can come to find and discover anything they might want to buy online.”

 

Oxfam

“Eine gerechte Welt ohne Armut.”

 

McDonald’s 

„To be the world’s best quick service restaurant experience“.

 

Microsoft (1980)

 „A computer would be on every desk and in every house“. 

 

Quellen:

Asshauer, M. (2021, 04. Januar). Unternehmens-Vision formulieren: 8 inspirierende Beispiele. Magazin für Entscheider. https://machen.fm/motivation/6363/unternehmens-vision-formulieren-beispiele-bhag/

Massier, M. (2020, 23. Februar). 19 Beispiele für Unternehmens-Visionen, die inspirieren. M.Massier. https://www.massier.de/news/top-unternehmensvisionen

 

Sag es mit deinem Verhalten

 

 

Schlussendlich geht’s darum, die Mission und Vision im Alltag zu leben. Und das ist oft einfacher gesagt, als getan. Und das fängt bei der Gründung eines Unternehmens an. Den Gründern muss glasklar sein, WARUM sie diese Firma gründen (Mission) und wohin sie damit möchten (Vision). Wenn es sich um mehrere Gründer/Innen handelt ist es deshalb essentiell, dass alle das Gleiche darunter verstehen und ihre Gedanken und vor allem Erwartungen offen auf den Tisch legen. Jedes Gründungsmitglied braucht ein einheitliches Verständnis und, auch wieder, den persönlichen Bezug dazu. Ansonsten kann man das mit dem langfristigen Einsatz grad vergessen.

 

Zudem ist es ratsam, gemeinsam als Gründungsteam festzulegen, wie die Mission und Vision im Alltag gelebt werden sollen. Und das Wichtigste: Sich dann auch daran zu halten. Und zwar jeder einzelne. Kompromisslos.

 

Wenn die Mission und Vision von Anfang an nicht sauber aufgearbeitet wird, kommt es, spätestens bei der Einstellung von Mitarbeitern, zu Stolpersteinen. Wie will man denn seinen Mitarbeiter die Mission und Vision vorleben, wenn man sich im Management selbst nicht einmal einig darüber ist? Schwierig.

 

Wenn du dir jetzt denkst: «Hm, die Firma gibt’s eigentlich schon lange, aber warum es die wirklich gibt und wohin wir wollen ist nicht zu 100% klar.», dann diese Erkenntnis bereits der erste Schritt zur positiven Veränderung. Man kann die Mission und Vision einer Organisation natürlich zu jeder Zeit (neu) aufarbeiten, es braucht lediglich mehr Effort, als wenn man dies bereits zu Beginn, bei einer Gründung, macht.

 

Untermale die Unternehmensmission und – vision mit Bildern, Musik, Gerüchen und ganz allgemein, mit Erlebnissen

 

Um die Mission und Vision mit Leben zu füllen kann man sich unterschiedlicher Sinneserlebnisse bedienen.

 

Das eigene Verhalten ist hier natürlich oberste Priorität, da man stets ein Vorbild für andere, im Unternehmen involvierte Personen darstellt. Um die Botschaft rund um die Mission und Vision noch zu verstärken und erlebbarer zu machen, gerade auch gegen aussen, muss man mit der Firma bzw. den Produkten und Dienstleistungen Erlebnisse schaffen. Der Schlüsselbegriff hier ist «Kongruenz». Egal was man macht und welche Ausdrucksform man nutzt, es muss sich beim Empfänger stimmig anfühlen.

 

Wenn du als Walmart die Mission hast, deinen Kunden ein besseres Leben zu ermöglichen, indem sie Geld sparen, wenn sie bei dir einkaufen, kannst du zum Beispiel keine Luxusevents wie Pferderennen oder Yachtturniere sponsoren. Das beisst sich mit der Mission.

 

Auch das ist in der Umsetzung oft nicht ganz trivial. Speziell in grossen Firmen mit vielen Mitarbeitern. Im Alltag ist es nicht immer leicht zu entscheiden, ob eine Botschaft bzw. ein Erlebnis mit der Mission und der Vision übereinstimmt. Deshalb ist es umso wichtiger, dass ALLE Personen, die sich für das Unternehmen einsetzen die Mission und Vision verinnerlicht haben. Und im Zweifelsfall setzt man sich zusammen und entscheidet gemeinsam, ob etwas stimmig ist, oder nicht.

 

Welche Bedeutung haben Mission und Vision für Unternehmen?

Wie oben bereits erwähnt dient die Mission vor allem als Antriebskraft bzw. Motivation und die Vision als Wegweiser und Kompass. Zudem sind sie enorm hilfreiche Unterstützer in Bezug auf das Personalmanagement, von der Rekrutierung, über die Entwicklung bis hin zu Entlassungen, wenn es denn notwendig ist.

 

Mission und Vision als Rekrutierungshilfe

Einerseits dienen dir deine Firmenmission und -vision als Magnet, die passenden Leute zu finden, da sich diese angesprochen fühlen und wie magnetisch angezogen werden. Auf der anderen Seite dienen sie dir auch als Selektionskriterium, die passenden von den unpassenden Kandidaten zu unterscheiden. Wie wir bereits oben erläutert haben werden sich diejenigen Bewerbungskandidaten von einer Stelle in deinem Unternehmen angesprochen fühlen, die einen persönlichen Bezug zu deiner Mission und Vision herstellen können. Das heisst, mit einer klaren und starken Mission und Vision, sendest du eine klare und starke Botschaft, die diejenigen Menschen anspricht, die einen persönlich relevanten Bezug dazu herstellen können. Natürlich sprichst du meist unweigerlich auch andere Leute an, welche du dann in einem zweiten Schritt gekonnt ausselektierst, da sie eben keinen Bezug herstellen können. Du willst für deine Firma ja Menschen, die sich dafür einsetzen. Also musst du bei der Rekrutierung darauf achten eine klare und starke Botschaft in Bezug auf die Mission und Vision auszusenden, um die richtigen Kandidaten anzuziehen und daraus die passende Person für die offene Stelle aussuchen zu können.

 

Mission und Vision als Weiterentwicklungsmassstab

Wenn es darum geht deine Mitarbeiter weiterzuentwickeln machen es dir deine Mission und Vision leicht. Egal in welcher Form du Personalentwicklung in der Firma betreibst, musst du die bei jeder Entwicklungsmassahme lediglich 2 Fragen stellen:

 

  1. Trägt die Massnahme dazu bei, dass wir unsere Mission noch besser erfüllen können?
  2. Trägt die Massnahme dazu bei, dass wir näher an unsere Vision kommen?

 

Wenn du beide Fragen mit ja beantworten kannst, handelt es sich um eine wertvolle Massnahme. Wenn nicht, lass es sein bzw. entscheide dich für andere, stimmige Initiativen.

 

Mission und Vision als Kündigungsgrund

Personen können sich verändern oder, in Extremfällen, vortäuschen jemand zu sein, der sie in Tat und Wahrheit gar nicht sind, nur um eine bestimmte Stelle zu bekommen. Wenn dabei die Verbindung zur Mission und Vision betroffen ist wird sich dies früher oder später in einem Leistungsabfall, mangelnder Motivation oder ungewünschten Verhaltensweisen zeigen.

 

Wenn du bei einer Person eine solche negative Veränderung feststellst, und diese von Dauer ist, ist es sehr empfehlenswert, diese Person darauf zu prüfen, ob sie noch einen für sie relevanten Bezug zu eurer Unternehmensmission und -vision hat. Denn wenn nicht, ist ihre Einsatzbereitschaft um einiges geringer, als von Personen mit einem persönlichen Bezug dazu.

 

Das ist natürlich immer einfacher gesagt als getan und manchmal scheint es, aus den unterschiedlichsten Gründen, unmöglich einen solchen Mitarbeiter «nur» aufgrund eines fehlenden Bezugs zu kündigen. Im Alltag ist auch nicht immer alles schwarz oder weiss. In diesem Abschnitt geht es in erster Linie darum, dein Bewusstsein für den Faktor «Bezug zu Mission und Vision» zu schärfen und dir aufzuzeigen, welche Vorteile es für dich, dein Team und die ganze Firma haben kann. Betrachte es also als Gedankenanstoss, den du in deinen Führungsalltag einfliessen lassen kannst. Damit die Mission und Vision aber überhaupt als diese nützlichen Funktionen wahrgenommen werden können, müssen die Unternehmensmission und -vision, wie oben beschrieben, erfolgreich ausgedrückt werden. Denn, was niemand weiss, macht niemanden heiss.

 

Welche Bedeutung haben Mission und Vision für die Teamentwicklung?

Eine ganz besonders wichtige. Denn wie im obigen Abschnitt erwähnt sollte es bei jeder Form der bewussten Weiterentwicklung innerhalb des Unternehmens auch wieder um die folgenden zwei Fragen gehen:

 

  1. Trägt die Massnahme dazu bei, dass wir unsere Mission noch besser erfüllen können?
  2. Trägt die Massnahme dazu bei, dass wir näher an unsere Vision kommen?

 

Dies gilt auch für die Weiterentwicklung als Team. Oft greifen diese Fragen aber bereits etwas zu weit und wir müssen nochmals einen Schritt zurückgehen. In der Realität, vor allem in grösseren Firmen, ist es oft der Fall, dass sich die Leute der Mission und Vision des Unternehmens gar nicht wirklich so bewusst sind oder ihr Bezug dazu nicht sehr stark ist. Weshalb? Die Mission und Vision werden nicht klar und stark genug kommuniziert und/oder es wurden nicht die passenden Personen rekrutiert und/oder diese haben sich verändert.

 

Deshalb geht es in Bezug auf die Teamentwicklung in einem ersten Schritt einmal um einen Status Check. Dabei helfen die folgenden Fragen:

 

Fragen an dich als Führungskraft:

 

  • Bin ich mir als Führungsperson zu 100% bewusst, was die Mission und Vision unseres Unternehmens ist?
  • Wenn ja, habe ich die Mission und Vision verinnerlicht?
  • Wenn ja, handle ich konsequent danach?
  • Wenn nein, weshalb nicht?
  • Bin ich ein Vorbild für meine Mitarbeiter?
  • Wenn nein, weshalb nicht?

 

Fragen ans Team: Entweder in einer offenen Diskussion oder anonym als Umfrage abgefragt.

 

  • Was ist die Mission der Firma, dh. weshalb existiert die Firma? Mit all ihren Mitarbeitern, inklusive uns.
  • Was ist die Vision der Firma, dh. was ist der Idealzustand, den die Firma in der Zukunft anstrebt zu erreichen?
  • Wenn dies bekannt ist, wie stark könnt ihr euch mit der Mission und Vision identifizieren?
  • Weshalb ist die Unternehmensmission und -vision für euch persönlich relevant?
  • Wie zeigt sich die Mission und Vision bei euch im Arbeitsalltag?
  • Handelt ihr konsequent nach der Mission und Vision?
  • Bin ich ein gutes Vorbild im Vorleben unserer Mission und Vision?

 

Wie du siehst handelt es sich hier zum Teil um potenziell heikle Fragen. Dies bedingt eine gewisse Offenheit von dir selbst und den Befragten und vor allem bedarf es einer vertrauensbasierten Umgebung, um solche Themen offen ansprechen zu können. Oft ist an dieser Stelle eine anonyme Umfrage am sinnvollsten.

 

Sobald du einen Status Quo hast weißt du, wo der Schuh drückt. Und erst dann kannst du dir konkrete Massnahmen überlegen. In der nächsten Passage schauen wir uns ein paar fiktive Szenarien und passende Handlungsempfehlungen an. Vielleicht erkennst du dich ja wieder.

 

Szenario 1: Inhaber/In ohne Bewusstsein für die Unternehmensmission und -vision

Nehmen wir an, dass du vor 5 Jahren mit drei Mitgründern Firma A gegründet hast. Der Grund für die damalige Gründung war klar: Menschen gesünder zu machen. Jedenfalls war das für dich klar. Wirklich darüber gesprochen habt ihr nie. Ihr habt euch vor allem mit den Themen Marktanalyse, Zielgruppe, Angebot, Customer Journey, Marketing, Vertriebskanäle, Aufgabenverteilung und Verantwortlichkeiten beschäftigt.

 

Ihr seid mittlerweile 35 Personen, die für euer Unternehmen arbeiten und ihr als Inhaber könnt nicht mehr jeden einzelnen selbst führen. Ihr seid also darauf angewiesen, dass euer Kaderteam wiederum ihre Teams in eurem Interesse führt. Ihr möchtet weiterwachsen und dir ist klar, dass es nicht einfacher wird dies sicherzustellen. Deshalb setzt du dich mit deinen Mitgründern zusammen und ihr entscheidet, dass es jetzt wichtig ist, euer Kaderteam zusammenzunehmen und zu bewusst in die von euch gewünschte Richtung zu entwickeln. Nur aus Neugierde, und weil du diesen Artikel gelesen hast, fragst du bei deinen Kollegen einmal in die Runde, was denn in ihren Augen die Mission und Vision der gemeinsamen Firma sei. Nach einem kurzen Stirnerunzeln, einer Begriffserklärung deinerseits und kurzem Schweigen gibt jeder seine Meinung preis. Und welch Überraschung, da gibt es doch ein paar Diskrepanzen vor allem wenn es darum geht, in welche Richtung man als Firma geht (Vision). Bevor das Ganze in eine endlose Diskussion abschweift unterbrichst du das Meeting und machst deinen Managementkollegen folgenden Vorschlag für einen Plan, um Klarheit zu schaffen, eine starke Botschaft zu kreieren und diese auch an die Mitarbeiter zu bringen.

 

  1. 3-Tage Intensiv-Workshop innerhalb des Gründerteams an einem ungestörten Ort (z.B. Hütte in der Natur) mit dem Ziel die Mission und Vision klar zu definieren und zu internalisieren.
  2. 1 Tag Follow-Up innerhalb des Gründerteams, um festzulegen wie sich die Unternehmensmission und Unternehmensvision im Geschäftsalltag zeigen soll, vor allem im eigenen Verhalten, aber auch in Botschaften, Bildern und Erlebnissen. WICHTIG: Jedes Mitglied muss sich dazu committen, ansonsten funktioniert es nicht mit der Kongruenz.
  3. Walk like you talk.
  4. 1 Tag Mission und Vision Workshop mit Management und Kaderteam, um ein einheitliches Verständnis zu generieren und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, welche Verhaltensweisen damit einhergehen und welche nicht.
  5. 0.5 Tage Follow-Up mit Management und Kaderteam, um Erfahrungen auszutauschen, Learnings zu generieren und Verbesserungsmassanhmen zu definieren.
  6. Regelmässiger Austausch in Bezug auf die Umsetzung der Mission und Vision sowohl managementintern, als auch gemeinsam mit den Führungspersonen des Unternehmens.

 

Gesagt, getan. Wenn es auch seine Zeit braucht, sich immer wieder neue Herausforderungen auftun und man sich auch nicht immer einig ist, Firma A ist auf einem guten Weg den Betrieb missionsgetrieben zu führen und so immer näher an ihre Vision kommt. Wie schaffen sie das?

 

-> Durch einheitliche, klare und starke Botschaften und Erlebnisse und die passenden Mitarbeiter und gewinnbringenden Kunden, die sie damit anziehen.

 

-> Durch missions- und visionskonformes Verhalten in allem, was sie im Geschäftsalltag tun.

 

Szenario 2: Führungsperson einer grösseren Firma mit inkongruentem Verhalten in Bezug auf die Mission und Vision

Nehmen wir einmal an, dass du vor einem Jahr bei Firma B eine Führungsfunktion übernommen hast und nun ein Team mit 10 Leuten leitest. Sowohl die Mission als auch die Vision sind als Statement klar definiert.

 

Mission-Statement: Eine hochwertige und genussvolle Alternative zu Fleischprodukten bieten.

 

Vision-Statement: Jegliche Fleischprodukte mit einer veganen Alternative ersetzen.

 

Nun stellst du aber immer wieder fest, dass es Diskrepanzen zwischen den Statements und der gelebten Kultur gibt. Zum Beispiel ist man an veganen Messen präsent, serviert aber bei internen Events oft auch verschiedene Fleischprodukte. Oder zählt der Pausenraum zwar als vegane Zone, aber die Verkaufsleiterin bestellt sich im Restaurant meist ein saftiges Steak zum Lunch. Oder letztens hast du im Gang zufällig eine Unterhaltung zweier Marketingmitarbeiter mitgehört, wo der eine zur anderen meinte: «So eine richtig gute Bratwurst kann man sowieso nicht ersetzen. Dafür ist der Geschmack viel zu einzigartig und lecker.»

 

Du hast schon oft solche widersprüchlichen Beispiele beobachtet und bist mittlerweile bereits etwas genervt und vor allem frustriert, da dir die Firmenmission und -vision als überzeugter Veganer sehr am Herz liegen.

 

Du hast dich entschieden, dass Thema anzugehen und willst erstmals herausfinden, ob andern diese Unstimmigkeiten auch auffallen. Bei eurem wöchentlichen Teamleiter-Update-Meeting wirst du das Thema in die Runde. Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus. «Ach ja? Ist mir gar nicht aufgefallen.» «Hm, ja da hast du wohl recht.» «Wen kümmert’s. Ich mache hier nur meinen Job.» «Ja, das nervt mich schon total!»

 

Und was nun? Allein bei deinen Teamkollegen ist die Diskrepanz enorm und es wird dir klar, dass du etwas unternehmen musst bzw. willst. Und am besten fängst du hier mit deinem eigenen Team an, um als positives Beispiel voranzugehen und somit auch andere Teams zu inspirieren.

 

  1. Meeting mit deinem Vorgesetzten, um dein Vorhaben zu besprechen und sein/ihr Einverständnis abzuholen.
  2. 2h Mission und Vision Kickstarter Workshop mit deinem Team, um alle Teammitglieder abzuholen und die Wichtigkeit der Mission und Vision nochmals zu verinnerlichen.
  3. 0.5 Tage Vertiefungsworkshops, um Dos und Don’ts in Bezug auf die Mission und Vision zu definieren, damit diese auch wirklich gelebt wird.
  4. 2h Follow-Up Workshop, um Erfahrungen auszutauschen, Learnings zu generieren und Verbesserungsmassanhmen zu definieren.
  5. Regelmässiger Status Checks innerhalb eures Teams in Bezug auf die Umsetzung der Mission und Vision. Zum Beispiel als fixer Agendapunkt der zweiwöchentlichen Teammeetings.

 

Das Ziel ist, deinem Team klarzumachen, wie wichtig die Mission und Vision für den langfristigen Erfolg des Unternehmens ist und sie zu inspirieren, als Vorbild voranzugehen, um mit der Zeit einen positiven Effekt auf die anderen Arbeitskollegen

und Teams der Firma haben zu können.

 

 

Und die Moral von der Geschichte? Egal ob du zu den Gründern, Mitgründern, Inhabern, Geschäftsführern zählst, oder im oberen, mittleren oder unteres Kader angesiedelt bist, die Klarheit und den persönlichen Bezug zur Mission und Vision zu haben und dies aufs Team zu übertragen ist eine zentrale Voraussetzung für langfristigen Teamerfolg.

 

Quellen

 

Asshauer, M. (2021, 04. Januar). Unternehmens-Vision formulieren: 8 inspirierende Beispiele. Magazin für Entscheider. https://machen.fm/motivation/6363/unternehmens-vision-formulieren-beispiele-bhag/

Asshauer, M. (2021, 23. August). 7 perfekte Mission Statement Beispiele: Starte mit dem Warum! Magazin für Entscheider. https://machen.fm/motivation/6332/mission-statement-beispiele/

Massier, M. (2020, 23. Februar). 19 Beispiele für Unternehmens-Visionen, die inspirieren. M.Massier. https://www.massier.de/news/top-unternehmensvisionen

Dr. Fleig, J. (2018, 27. Juli). Vision und Mission – Was Vision und Mission im Unternehmen bewirken. Business-wissen.de. https://www.business-wissen.de/hb/was-vision-und-mission-im-unternehmen-bewirken/

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